MALKY

 

 

 

 

MALKY

 

Mit dem zweiten Album „Where Is Piemont?“ erweitert das Duo Malky seinen Sound-Entwurf um europäische Folklore, Orchestermusik und Las-Vegas-Coolness. Was auf dem Debüt „Soon“ bereits überaus gelungen angedeutet wurde, findet nun mit berauschender Opulenz und kompositorischer Raffinesse zur Vollendung. Ein auf derart souveräne Weise klassisches Songwriter-Album wird man lange suchen müssen – nicht nur in Deutschland. 

Es gibt also ein neues Malky-Album. Es heißt „Where Is Piemont?“ – zum Titel später mehr! – und erweitert den ohnehin schon beträchtlichen musikalischen Horizont des Leipziger Duos noch einmal erheblich. Ein Beispiel: Der erste Song des Albums, „The Only One“, ist erst wenige Sekunden alt, da singt Daniel Stoyanov beinahe anklagend-pastoral folgende Worte: „When two give a secret to one, they catch light of the eternal sun“. Tatsächlich klingen Stoyanov und sein Partner Michael Vajna auf „Where Is Piemont?“ immer wieder so, als teilten sie hier ein besonderes Geheimnis mit uns: Rätselhaft, intim, direkt. Dass es ihnen allerdings gelingt, ihrer Musik gleichzeitig eine universell gültige Dringlichkeit einzuverleiben, macht „Where Is Piemont?“ zu einem bahnbrechend innovativen und absolut berauschenden Album. 

Einen eigenen Weg zu finden, eine international gültige musikalische Sprache zu entwickeln, das war von Anfang an ein Kernanliegen dieser besonderen Band. Nachdem sie sich in Mannheim kennengelernt hatten, zogen Daniel Stoyanov und der Produzent und Keyboarder Michael Vajna gemeinsam nach Leipzig, wo sie die Basis für den Sound ihrer späteren Band Malky in einer zum Studio umfunktionierten Dachschräge entwickelten. Zwei Jahre sind nun vergangen, seitdem auf die Debüt-EP „Diamonds“ das erste Album „Soon“ folgte. Das Werk erhielt hervorragende Kritiken, die Band spielte in der Folge weit über 100 Konzerte in ganz Europa und trat bei einigen der wichtigsten Showcase-Festivals Europas auf. 

Danach wäre es vermutlich ein leichtes gewesen, mit der einmal gefundenen Erfolgsformel weiterzumachen und eine Art ein „Soon II“ aufzunehmen. Der grundsätzliche Anspruch dieser Band ist allerdings das genaue Gegenteil: Es geht bei Malky um die stetige Weiterentwicklung ihrer Kunst. Zur Umsetzung dieses Anliegens begaben sich Malky in den sprichwörtlichen Tunnel, blendeten andere Einflüsse konsequent aus, gaben sich nicht mit ersten Lösungen zufrieden. Ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg zum neuen Album war: Italien. Allerdings nicht das konkrete Land, sondern Italien in idealisierter Form als Sehnsuchtsort. 

So entstanden große Teile von „Where Is Piemont?“ im Haus von Michael Vanja im Nirgendwo zwischen Berlin und Leipzig. Die Weite der dortigen Landschaft machte reichlich Imaginationsräume auf, die sich durch den Italien-Filter schließlich zu Tönen und Texten verdichteten. „Der Sinn und Zweck von Kunst besteht darin, das Unbewusste anzuzapfen, unter der Oberfläche zu forschen“, sagt Stoyanov. Und so wurde Italien eben zum unbewussten Faktor dieses Albums. Die Architektur, das Essen, die Weite und Wärme – ein guter Kontrastpunkt zur Kälte des deutschen Winters. Um die Italien-Idee endgültig zu überhöhen, kam die Band schließlich auf die quasi dadaistische Schnapsidee für den Albumtitel. Und so ist „Where Is Piemont?“ nun eben auch eine Italienplatte, die allerdings ganz sicher nicht so klingen würde, wäre sie tatsächlich in Italien entstanden.

Mit „Where Is Piemont?“ gelang ein Album, welches sich gängigen Kategorisierungen beinahe durchweg entzieht. Zwar kann man das betörende Duett „Told I Must Die“ als Referenz an Lee Hazlewood hören, erinnert „Modern Arch“ ein bisschen an Calexico und andere Songs an Leute wie Elbow, den frühen Adriano Celentano oder gar Georges Moustaki. Bereits die enorme Breite dieser Verweise deutet indes an, dass Malky derartigen Referenzen längst entwachsen sind. Stoyanov und Vanja haben hier einen ingeniösen Sound gefunden, der irgendwo zwischen der Souveränität einer Siebzigerjahre-Soul-Gala, europäischer Folklore, amerikanischen Field-Recordings und dem Las Vegas des Frank Sinatra einzuordnen ist. Die Wahl der musikalischen Mittel folgt auf ökonomische Weise der Vorgabe der Komposition. Je nach Bedarf changieren Malky zwischen Big-Band-Opulenz und Dachkammer-Minimalismus. In der Summe ergibt sich daraus ein überaus betörendes und eigenständiges Pop-Moment. 

Natürlich ist „Where Is Piemont?“ kein Konzeptalbum im klassischen Sinne, aber die Songs lassen sich als verschiedene Episoden lesen – jede für sich eine Art Filmsequenz –, die sich schließlich zu einem großen Ganzen addieren. Es geht von Innen nach Außen, aus dem Mikro- in den Makrokosmos. Es wird ja heute immer erwartet, dass man zu allem eine klare Position hat, auch in der Kunst. Malky leisten sich Zwischentöne und Graustufen. Im Dauerinformationsfeuer unserer Zeit wirkt diese Musik wie eine bewusstseinserweiternde Medizin. Es geht darum, die innerliche Kakophonie in uns allen nach außen zu tragen und in etwas Schönes und Wahres zu verwandeln. Darin liegt die Kraft dieses Albums.

 

 

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